- – - Verbotene Stadt, Tian’amen und Sommerpalast – - – Beijing 22.07

An dem Tag nach meinem ersten kulinarischen Erfolgserlebnis zog ich also wieder los zur Verbotenen Stadt im Zentrum von Beijing. Diesmal aber sicherheitshalber so, dass ich um knapp 8 beijing_251 Uhr nach viel Quetschen in der U-Bahn dort ankam. Nun ja was soll ich sagen, es sah genauso aus wie am Tag zuvor. Viele Menschen, lange Schlangen am Ticketschalter der erst um halb 9 aufmacht. Ich spielte bereits mit dem Gedanken das Ganze einfach auszulassen konnte mich aber dann nicht dazu überwinden. Also anstellen, zahlen und dann rein mit mir.
Erstmal durch die Menschenmassen und die Sicherheitsschläuße mit X-Ray (die es auch an jeder U-Bahn Station gibt) gekämpft, steht man also auf einen rießigen großen Platz der allerdings in Anbetracht hunderter Tourgruppen, Schirmen und Megaphonen weder mich noch meine Kamera so ganz warm werden ließ… Hab mich also mehr oder weniger genervt über die Plätze gekämpft bis ich einmal gerade durch war. Das gute was man über 95% der chinesischen Standardtouristen sagen kann ist, dass er sich mit einem Handyfoto vor jeder “Hauptattraktion” zufrieden gibt und dann wieder abzieht. So ergab sich dann unverhofft in dem angelegten Imperial Garden sowie einigen Seitengässchen doch noch ein ruhiger Moment mit der Stadt. beijing_324 Nach einiger Zeit wanderte ich wieder raus aus dem Palastgelände, um über die unterführte 16 spurige Straße zum Tian’anmen Platz zu kommen. Hier drüber geschlendert wollte ich eigentlich noch in das Mao Mausoleum wo man den großen Vorsitzenden in einem Glaskasten bewundern kann. In Anbetracht der 200m langen Warteschlange, beschloss ich das zu überspringen und stattdessen den alten Sommerpalast etwas außerhalb anzusehen. Ein bisschen grün schadet ja nie.
Hierüber gibts eigentlich nichts erstaunliches zu berichten außer, dass ich nun schon das fünfte mal als Fotomotiv für ein Familienalbum herhalten musste. Ein bisschen Exot ist man halt doch, auch in einer 18 Millionen Einwohner Stadt.
Außerdem hab ich die erste Taxifahrt gewagt, was mit Hilfe des Lonely Planet ganz gut geklappt hat. Ebenso meine erste Busfahrt mit dem man, wie auch mit der U-Bahn, zonenlos für 1Y durch die Stadt geschippert wird. War sogar angenehm genug, dass ich auf der Heimfahrt ein kleines Nickerchen im Bus gemacht hab. Wenn das kein Wohlfühlindikator für eine Stadt ist?

Abends also wieder im Hostel angekommen machten wir zu siebt einen kleinen Ausflug in ein nahe gelegenes Restaurant. Das Gute ist, dass jeder ein Gericht bestellt man aber nur kleine Tellerchen bekommt und dann alles geteilt wird. Gab also verschiedenste Sachen von Hähnchen bis Lamm und Tofu bis Reis. Das komischte waren wohl die Soja-Enteneier. Die Eier sind hart gekocht und werden in Sojasoße gelegt (weiß weder in welcher Reihenfolge noch wie lang). Jedenfalls erhält man dann schwarze kleine Eier die etwas Überwindung kosten, aber auch nicht schmecken wie normale Eier, also alles ok. Kosten für jeden 18Y, hätten aber sicher 10 Leute von allem satt werden können.
Aus den Lautsprechern der Kneipe gegenüber dröhnen die Gorillaz featuring De La Soul mit Feel Good Inc.

- – - Chinesische Mauer – - – 120km nördlich Beijing 23.07

Ein weiteres “must see” in Beijing ist natürlich die Chinesische Mauer. Da ich aber nicht zu den überfüllten Teilen nahe der Stadt wollte, gönnte ich mir eine Tour mit dem Hostel, welche aber eigentlich nur für den Transport sowie Futter davor und danach sorgte. beijing_419 Um 6 Uhr morgens fuhren wir also los Richtung Norden um nach knapp 3 Stunden Fahrt in der Nähe von Simatai anzukommen. Vom Parkplatz aus waren es 10 leichte und 5 super anstrengende Minuten hoch zur Mauer. Die lange Fahrt hatte sich auf jeden Fall gelohnt denn es waren außer uns wirklich nur vereinzelt andere Leute unterwegs. Was kann man also über die Mauer sagen… Sie scheint sich wie ein Wurm ewig über die Hügel zu ziehen und so anstrengend ist es auch sich auf ihr fortzubewegen. Brutal Steile Passagen bei 33° und 65% Luftfeuchtigkeit bringen einen ganz schön ins schwitzen. Denke aber hier sprechen die Bilder am ehesten für sich selbst.
Nach drei Stunden klettern und einem Mittagessen fuhren wir wieder zurück um um 1700 im Hostel anzukommen. Dort beschlossen Mike, Maggi (USA, Ca) und noch eine paar andere erst futtern und gegen 9 in eine Bar mit dem Namen “D22” nahe der Uni aufzubrechen.
Diese stellte sich dann, für mich etwas überraschend, als Underground Bar für Beijinger Punk Bands heraus. Nun darf man das nur nicht mit dem Bild deutscher Assel Punks vergleichen, sondern naja sehen eigentlich optisch (Kleidungsstil, Haare) auch nicht anders aus wie der Rest. Machen eben Hard Rock / Punk.
Auch wenn das ja sonst nicht unbedingt mein Musikgeschmack ist wurde es ein recht lustiger Abend, den wir nach der letzten Band in paar anderen Bars fortsetzten wollten. Dürft mich jetzt leider nicht fragen wo das genau war oder wie es hieß, sind mit dem Taxi hin. So gegen 4 Uhr beschlossen wir noch kurzerhand uns die Flaggenzeremonie am Tian’amen anzusehen. Die geschieht nach strengem Protokoll täglich bei Sonnenaufgang mit Nationalhymne und vielen Zuschauer. Nach diesem, für unsere einheimischen Mitstreiter rührenden Moment, fuhren wir nun aber doch wieder zum Hostel um ins Bett zu gehen. Ich schlafe bevor ich den MP3 auch nur anbekomme, schließlich muss ich ja auch meinen Zug nach Datong um 1500 Uhr erwischen. Davon aber das nächste Mal mehr.

Frische Bilder gibts natürlich auch: GO GO GO

Weiterhin schöne Grüße aus Pingyao, Ben